Lieber Pudelfreund!

Da jedem Besitzer sein Pudel als Inbegriff aller Schönheit erscheint, kommt der Wunsch nach einer offiziellen Bewertung und irgendwann wird bei einer Ausstellung gemeldet. Grosse Aufregung für Mensch und Hund. Präsentation und Frisuren müssen trainiert werden, Stress und Freude, aber auch Frust  sind die Höhen und Tiefen so eines Ausstellungstages.

Natürlich ist es umwerfend, die Bestätigung der eigenen Meinung aus berufenem Richtermund zu hören. Seien Sie aber auch nicht erstaunt wenn Sie nach fünf Bewertungsprotokollen meinen, Sie wären mit fünf verschiedenen Hunden dort gewesen. Und wenn so oft der Pudel mit der Frisur gewinnt, die dem Publikum am wenigsten gefällt. Ausstellungen sind eine eigene Welt, solange es Ihnen und Ihrem Hund Spaß macht – wunderbar. Züchter müssen  Bewertungen und möglichst Siege sammeln - es macht sich so hübsch in den Ahnentafeln, wenn es auch absolut nichts über die Zuchtqualität der Tiere aussagt, nämlich über ihre Gesundheit.

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Bedenklich wird es, wenn weit weg vom Spaß für den Hund, nach mühsamer Fahrt über hunderte Kilometer, bei jedem Wetter, verwahrt in Käfigen und Boxen, der Auftritt zum puren Zweck verkommt. Denken Sie dann daran, dass Sie von Ihrem Hund geliebt werden, so wie Sie sind, lieben Sie ihn auch wenn er kein Champ wird.

Wir vom Pudelclub Austria sind bemüht, unsere wunderschönen Pudels sooft es geht auf den Nationalen und Internationalen Rassehundeausstellungen zu präsentieren. Zahlreiche hervorragende Plätze durften wir schon mit nach Hause nehmen. Nette Bekanntschaften wurden geknüpft. Wenn also auch Sie Lust auf eine Ausstellung bekommen, wenden Sie sich nur vertrauensvoll an uns, wir stehen Ihnen gerne in allen Dingen rund um das Ausstellungswesen mit Rat zur Seite.

Ringtraining – Anleitung für Ausstellungsneulinge

Für alle Einsteiger in die Ausstellungswelt möchte ich gerne nachstehende Stichpunkliste für das Ringverhalten auf Ausstellungen herausgeben.  Auch möchte ich allen Neueinsteigern Mut machen, ihren Hund zu präsentieren. Richtiges Ringverhalten ist nicht schwer zu lernen, mit ein bisschen Übung macht es Mensch und Hund bald viel Freude. Auch sind wir mit Recht mächtig stolz auf unseren vierbeinigen Freund, wenn wir gute Bewertungen und Auszeichnungen für ihn erhalten.

 

  • Vorbereitungen: Den Hund rechtzeitig bei der jeweiligen Ausstellung anmelden. Details sind auf dem Anmeldeformular. Unbedingt mitzunehmen sind original Ahnentafel, gültiger Impfpass ( Tollwut) Zahlschein, Tücher um den Hund abzuwischen wenn er sich schmutzig gemacht hat, Wasser bzw. Schüssel, Decke für den Hund, Bürste. Eine spezielle Vorführleine ist vorteilhaft. Damit wird der Hund nicht so sehr unterteilt, und das Gebäude erscheint besser. Sicherheitsnadel oder Clip um die Startnummer auf dem Oberteil zu befestigen (damit kann jeder anhand des Ausstellungskataloges die Daten vom dazugehörigen Hund nachlesen), Sitzgelegenheit für Mensch, event. Fotoapparat, Geduld.

  • Frühzeitig am Ausstellungsgelände erscheinen. Nach Ankunft die erhaltene Katalognummer am Oberteil befestigen. Katalog durchsehen, Ring für jeweilige Rasse nachlesen und einen guten Platz zum Warten suchen. Am Besten in der Nähe des zutreffenden Ringes, damit man die anderen Rassevertreter sehen und studieren kann.

  • Im Ring bitte keine losen Jacken und Röcke anziehen, keine Schlüssel oder schepperndes Zeug einstecken (die Geräusche könnten den Hund irritieren), flaches, bequemes, leises Schuhwerk. Im ganzen eine eher unauffällige Kleidung wählen, es soll ja der Hund im Mittelpunkt stehen.

  • Grundsätzlich sollte der Hund eher das Gefühl haben, dass an diesem Tag nichts Besonderes passiert. Unsere Hunde merken sehr schnell, wenn wir nervös oder unsicher sind und sind dann irritiert. Das muss ja nicht sein.  Echte Ausstellungsprofis unter den Hunden genießen das Gefühl und wollen sich präsentieren. Andere wiederum müssen das eben erst lernen.  Bis zum Vorführen immer wieder einen kleinen Rundgang machen, dass löst eventuelle Spannungen bei Herrl und Hund.

  • Im Ring: Rechtzeitiges und pünktliches Erscheinen ist wichtig. Ring mit Hund betreten, Richter begrüßen, Ahnentafel abgeben. WICHTIG!! Nicht mit dem Richter zu plaudern beginnen. Nur die Fragen beantworten. Der Richter wird dann den Hund liebevoll berühren und ein paar Worte mit ihm reden. Anschließend werden das Gebiss kontrolliert und die Muskelmasse durchgetastet. Darauf hin stellen wir den Hund ca. 2 – 3 Meter entfernt vom Richter so auf, dass dieser der Breitseite dem Richter zugewandt ist. Der Hund soll nur ruhig stehen. Weder die Hände noch den Oberkörper um oder vor den Hund geben um in zu streicheln oder so.  Man kann ihm bei Bedarf ab und zu ein Leckerli geben, mit der Zeit wird er auch ohne Belohnung schön stehen  bleiben. Am Besten wäre es, wenn wir den Hund per Stichwort in eine etwas gespannte Haltung bringen könnten. Der Richter begutachtet inzwischen den Hund und der Ringschreiber schreibt die Niederschrift. Anschließend werden wir gebeten, mit dem Hund im Kreis zu laufen um das Gangwerk des Hundes begutachten zu können. Bitte den Hund immer im Innenkreis führen, Hundeführer also außen. Nicht ganz am Körper, sondern ca. einen halben Meter entfernt führen, damit ist der Hund besser zu überschauen. Nur so schnell, dass der Hund im Trab läuft. Nicht springen lassen. Sind die Konkurrenten an der Reihe, im Ring warten, aber den Hund immer bei Laune halten und schön hinstellen, nicht sitzen oder liegen lassen. Der Richter wandert mit den Augen immer wieder zu den Wartenden. Da soll der Gesamteindruck unseres Hundes immer der Beste sein.

  • Nachdem alle Hunde derjenigen Gruppe  einzeln gerichtet wurden, entscheidet der Richter den Rassebesten. Sollten Sie nicht den Rassebesten haben, dann dem Sieger gratulieren. Das ist sportlich und fair.  WICHTIG: Unser Hund wird immer – egal welches Ergebnis die Beurteilung beinhaltet – ausführlich gelobt und gestreichelt. Er wollte seine Sache sicher gut machen und sollte immer das Gefühl haben, dass wir sehr zufrieden mit ihm sind. Das fördert den Spaß unseres Hundes, und beim nächsten Mal wird er sich schon mehr auf den Ring freuen. Auch kommt es eben sehr auf die Tagesverfassung von Herrl und Hund an. Bei der nächsten Ausstellung kann das Ergebnis ganz anders aussehen.

  • Im Allgemeinen muss der Aussteller bis zum Ende der Veranstaltung anwesend bleiben, wohl damit, um Zuschauern und Hundeinteressierten ganztägig die Möglichkeit zu geben, alle Hunde zu sehen. Sollte Ihr Hund in die Endausscheidung kommen, besteht immerhin eine gute Chance, einen der ersten Gesamtplätze zu erreichen. Das ist dann eine zusätzliche Ehre.
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